Wie können die Millennium-Entwicklungsziele im Unterricht behandelt werden? Wie können Wissen und Kompetenzen zur Verwirklichung einer nachhaltigen Welt vermittelt werden?  Dieser Bildungskoffer bietet  einen  Einstieg  in  die  Themenbereiche  der  Millennium-Entwicklungsziele  und  globale Sachverhalte wie z.B. Armutsbekämpfung, Gleichstellung der Geschlechter und ökologische Nachhaltigkeit.

Sustainable Development Goals

Die Nachhaltigkeits-Entwicklungsziele sind leider sehr viel schwammiger formuliert als die MDGs und enthalten keine überprüfbaren Ziele. Dennoch schön, dass die Regierungschefs so eine Entwicklung wollen.

Alle Ziele im Überblick:

Beim klicken auf das Logo gelangen Sie auf die Seite der Vereinten Nationen zu den Zielen. Beim klicken auf die Bildunterschrift gelangen Sie zu einer jeweils passenden Sammlung an Bildungskoffern zu dem Thema.

5. Gender-gleichheit
 

14. Meeresschutz
 

Kritik an den Zielen

Die SDGs dienen insbesondere als gute Übersicht über aktuelle Handlungsfelder, wobei auch hier die einzelnen Ziele kritisch hinterfragt werden müssen.

  • Ist Ziel 5 mit Gendergleichheit nicht ein kulturell unsensibles Ziel, wenn in vielen Kulturen (und selbst in Bayern) Frauen und Männern verschiedene Charakteristiken und Aufgaben zugeschrieben werden?
  • Haben nicht Programme wie “Luz para Todos” und vergleichbares in afrikanischen Ländern, wo allen Elektrizität versprochen wurde gezeigt, dass besonders in Indigegen und Ländlichen Regionen massive Probleme auftreten, wenn Menschen plötzlich Fernsehen und Internet haben. Ist Ziel 7 mit erneuerbaren Energien für alle ein Verkaufstrick, damit die Menschen Werbung sehen können?
  • Ziel 8: Ist Wirtschaftswachstum in einer endlichen Welt für alle Länder möglich? Gibt es nachhaltiges Wirtschaftswachstum? Ist eine “anständige Arbeit für alle” wirklich ein Ziel, oder eher ein Mittel zur Zufriedenheit? Wird hier Ziel und Mittel vertauscht und möglicherweise das Ziel damit gar nicht erreicht?
  • Ist Ziel 9 der freibrief um die letzten indigegen, nicht Wirtschaftlich erschlossenen, Kulturen aus zu rotten? Sind Transition-Towns dann verboten?
  • Ist Ziel 10 der Einkommensgleichheit, wenn man sich die Tendenzen der letzten Jahre anschaut, in einem kapitalistischen System überhaupt zu schaffen? Sollte Gleichheit auch zur kulturellen, ethnischen, Handelssystem etc. Gleichschaltung führen? Wo haben Unterschiede ihre Berechtigung?
  • Ziel 13: Sind die Ziele nach Wichtigkeit geordnet? Ist als Wirtschaftswachstum wichtiger als die Bekämpfung des Klimawandels? (Wie) könnend beide Ziele erreicht werden?
  • Warum ist Frieden das vorletzte Ziel und warum sind die Umwelt-Ziele (12 bis 15) ganz hinten. Sind die Wirtschaftsziele (8 bis 10) so viel wichtiger? Was sagt das über unser Denken aus?
  • Warum gibt es nicht das Ziel: Jeder Mensch ein Glückliches Leben nach seinen Vorlieben? Wie es in Butan gelebt und vom Ministerium für Glück gefordert wird?

Die folgende Grafik stellt eine Priorisierung der Ziele zusammen. Im äußersten Kreis sind die Ziele bzw. Grenzen, die auf jeden Fall eingehalten werden müssen. Im Inneren Kreis sind soziale Faktoren, die ggf. eine sozialen Entwicklung unterstützen können. Der Mittlere Kreis beinhaltet die wesentlichen sozialen Ziele für eine friedliche globale Entwicklung.

„…development that meets the needs of the present while
safeguarding Earth’s systems, on which the welfare of current and future generations depend

Innere Entwicklung

Selbst die obige Grafik der Priorisierung der Ziele kann noch nicht eine  wirklich soziale Entwicklung garantieren. Dazu bedarf des dem inneren Wandel, der in den Zielen komplett ausgelassen wurde, weil er durch Ziele auch nicht gemessen werden kann.

Was ist mit Potentialentfaltung, Eigeninitiative, Selbstverwaltung und Achtsamen Wirtschaften? Erst Prozessdenken, wie er beispielsweise durch Grundeinkommen, durch die Gemeinwohlökonomie und über das Ministerium für Glück angestoßen wird, kann einen wirklichen Richtungswechsel bewirken.

Lokale Kartierung der Entwicklungsziele

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Siehe auch Karte von morgen

Entstehung der Ziele

Wie sind die Milleniums Entwicklungsziele Entstanden und wie konnten sie, im gegensatz zu den seit 2016 gültigen “Sustainable Developement Goals” (SDGs) so konkrete Formulierungen enthalten? Mit dieser Einsteigsfrage können die Ziele auch kritisch hinterfragt werden, gerade wenn man die Selbstbestimmung der Völker und kulturelle Unterschiede berücksichtigt. Welche Ziele blieben übrig, die wirlich allgmeingültig sein können, wenn berücksichtigt wird, dass hierbei die Entwicklung der Industrieländern den Entwicklungsländern aufgezwungen wird?

Folgende Präsentation macht dazu einen Vorschlag:

Gruppengröße/ Zusammensetzung:

Das Material ist für Schüler aller Schultypen ab der 7. Klasse konzipiert und auch für die berufliche Bildung geeignet.

Methoden:

Zu jedem der 8 Entwicklungsziele gibt es Spiele, Arbeitsblätter oder Aktivitäten welche unter Materialien in den Orndern nach Zeil sortiert zu finden sind. Sie nenen sich Lernstationen.

Materialien:

Quellen und weiterführende Links:

  • Lernplattform der nachhaltigen Entwicklungsziele: http://www.lernplattform-nachhaltige-entwicklungsziele.de/
  • Welches europäische Land zahlt wie viel für schwächere Länder des globalen Südens? Und warum zahlen die deutschen Bürger im europäischen Vergleich pro kopf sehr wenig an ärmere Länder?Der DATA Bericht bewertet die Einhaltung der ehrgeizigen Versprechen Europas bezüglich höherer Finanzierung und Verbesserung der Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit. http://one.org.s3.amazonaws.com/pdfs/data_report_2012_de.pdf Deutschlands beitrag – Bericht: http://www.one.org/data/de/lander/eu/deutschland/
  • Graphisch gut aufgearbeitete Website von ONE zu den Entwicklungszielen: http://www.one.org/de/mdg/
  • Didaktisch aufbereitetes Arbeitspaket der Karl-Kübel-Stiftung zu den “Millennium-Entwicklungsziele”
  • Bildungsmeterialien des Portals Globales Lernen

Workshopanfragen und Rückmeldungen:

Workshopentwurf von Helmut@bildungsagenten.com