Bis zum Mittelalter haben alle Menschen an Gott geglaubt. Dann wurde die Erde plötzlich rund und Wissenschaftler zweifelten, ob Gott einen wirklich in die Hölle steckt, wenn man lügt. Glauben Sie an Geld? Etwas Papier, das immer seinen Wert behält und eingetauscht werden kann? Woher kommt es? Was sind Zinsen und profitierst du davon? Der Schein hat den Gott im Glauben längst überholt! Doch was passiert, wenn wieder Wissenschaftler zweifeln?

Glaubwürdigkeit ist die Grundlage

Kredit kommt von creditare – glauben. An die Fähigkeiten einer Person zu glauben, der ich Geld leihe, ist Vorraussetzung, damit ich es mit gutem Gewissen tun kann. Wenn ich davon ausgehe, dass er es nur versäuft, verspielt oder vergeigt, kann ich es gleich spenden. Wie gut ich die Fähigkeiten, Talente und das Durchhaltevermögen einer Person einschätzen kann, entscheidet über meine eigene finanzielle Sicherheit.

Doch was passiert, wenn das Kreditgeschäft mit Geld und Aktien zu groß wird und so viele Länder, Firmen und Banken umfasst, wie an der Börse in London, New-York oder Frankfurt, dass keiner mehr die Fähigkeiten der Menschen dahinter versteht? An dem Punkt stehen wir gerade und das System funktioniert nur, weil niemand genau hinsieht und keiner hinterfragt, sondern stets eine positive Stimmung gesät wird. Wenn einer zweifelt, stoppt das Wachstum, Menschen werden nervös, bekommen Angst, wollen ihre verliehenes Geld von der Bank abheben und Verkaufen in Panik alle Aktien die sie haben. Das Ergebnis ist eine große Depression wie 1929 in den USA und vor dem zweiten Weltkrieg in Europa und wie zuletzt 2008 mit der Immobilienkriese.

Das erklärt ganz gut dieser Film „Der schwarze Freitag 1929″

Woher kommt das Geld?

Grundsätzlich sollten wir uns mal die Frage stellen, woher kommt eigentlich unser Geld? Geld ist lange schon kein Tauschgegenstand mehr, sondern ein Schuldschein, der als Tauschgegenstand gehandelt wird. Für jeden Euro, den wir haben, hat irgendwer Schulden gemacht. Würden wir alle Schulden zurückzahlen, so gäbe es kein Geld mehr.

Nach all den Krisen und Bankenrettungen: wer trägt die Verantwortung für private Bankgeschäfte? Die Frage ist, wer verleiht das Geld? Im Grunde natürlich die Zentralbanken wie die EZB, könnte man denken. Doch die verleihen ihr Geld für einen relativ geringen Zinssatz nur an Geschäftsbanken und machen keine großen Profite. Erst die privaten Banken, die das Geld bei der EZB günstig bekommen, verleihen es zu viel höheren Zinssätzen, tragen dafür theoretisch das Risiko (faktisch leider nicht, da  der Staat in Krisenfällen mit Steuergeldern nachhilft) und machen ordentlich Profit. Und sie müssen lediglich 1% des Geldes, dass sie verleihen selber haben. In der Eurozone dürfen die anderen 99% komplett in dem Moment erfunden werden, wo jemand Vertrauenswürdiges kommt und Geld haben will. Kann man unser System bereits als Sozialismus für Reiche anerkennen?

Instabil wird das System besonders deshalb, weil Banken nur 1% der Geldmenge die sie verleihen, auch wirklich vorhalten müssen. Wenn ich 1 € zur Bank bringe, kann die Bank jemanden anderes 100 € verleihen. Wenn also alle ihr Geld abheben wollen, wären nur 1% davon verfügbar. (in der Eurozone)

Achtung Fake: Leider gibt es zu dem Thema Banken und Zinsen viele Verschwörungstherien. Dieses Zitat hat Kennedy nie gesagt, auch wenn es so schön wäre, so viel Offenheit… wafflesatnoon.com/theres-a-plot-jfk-quote/

Zinseszins

Wächst die Umwelt exponentiell? Geld wird ja bekanntlich für Zinsen verliehen. Weil aber die Zinsen wiederum verzinst werden, entsteht ein exponentielles Wachstum der Geldmenge. Wenn Joseph zu Christi Geburt einen Cent an einer Bank mit 5% Verzinsung angelegt hätte, besäße er nun 295 Erdkugeln aus purem Gold. Dieses Problem nennt man Zinseszins, welcher dazu führt, dass diejenigen, die Geld verleihen, große Zinsprofite einfahren. Das Geld, das sie erhalten, existiert jedoch faktisch nicht, da bekanntlich Geld nur aus Schulden entstehen kann und nicht aus Zins! So führt diese Verschuldung auf der Gegenseite der Zinsgewinne zu Pleiten, was in Fällen von Staaten wie Griechenland leicht in Bürgerkriegen und durch Eingreifen von „Währungshütern“, Polizei und Militär zu Menschenrechtsverletzungen führt. Wird unser gesamtes Wirtschaftssystem  in die Krise führen oder in einen Krieg?

Dieser Film erklärt das Zinseszinssystem:

Dirk Müller „Mr. Dax“ erklärt das auch sehr anschaulich.

Regionalwährungen / Regionalgeld

Als Komplementärwährungen oder Regionalwährungen bezeichnet man Geld (meist bares), das nur regional zirkuliert und von lokalen Gruppen rausgegeben wird, meist im Tausch gegen die jeweilige Landeswährung.

Durch diese regional begrenzte Verwertbarkeit kann es nie die Region verlassen und unterstützt somit ausschließlich regionale Unternehmen, was besonders in wirtschaftlich schwachen Regionen, wie bankrotte Länder und Slums von Vorteil ist, wo sonst keine Wirtschaftsleistung stattfindet.

Manche Regionalwährungen sind zusätzlich mit einer Umlaufsicherung ausgestattet, um der Wirtschaft zur Verfügung zu stehen und nicht gehortet zu werden. „Tomaten halten ja auch nicht ewig“ ist das Argument, warum Geld auch ein Verfallsdatum braucht. In dem alle 3 Monate eine Marke auf den Schein geklebt wird, die käuflich erworben wird, erhält der Schein seinen Wert. Das dabei zusammen kommende Geld, wird in Initiativen aus dem sozialen und Bildungsbereich investiert.

Wie ein Regionalgeld einen ganzen Slum in Fortaleza, Brasilien verändert hat, zeigt folgender Filmausschnitt aus „Der Schein trügt“

Karte von morgen mit einigen #Regionalgeld Initiativen

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Die Vollgeldreform

Aktuell besitzen wir ein Schuldgeldsystem, wo die staatlichen Zentralbanken lediglich das Bargeld schöpfen. Die große Geldmenge hingegen werden von Privatbanken geschöpft in dem sie einfach Schulden aufschreiben und Giralgeld überweisen.

Dagegen regt sich in manchen Kreisen Widerstand, da so die Banken eine große Macht haben, wem sie Geld leihen und auch alle Zinsen bekommen. Zudem entsteht durch das Schuldgeldsystem scheinbar ein Wachstumszwang, da nie alles Geld getilgt werden kann und so immer weitere Kredite in den Umlauf gebracht werden müssen.

Der Verein Monetative e.V. geht diesem Phänomen nach:

Gleichgewichtsgeld

Das Gleichgewichtsgeld ist eine mögliche Form eines Vollgeldes,  bei der es kein Schuldgeld gibt sondern der Staat das Geld ausgibt. Hierbei wird die Ausgabe des Geldes mit einem Grundeinkommen gekoppelt. Jeder Bürger erhält monatlich eine feste Summe Geld, z.B. 1000 €. Jeden Monat wird aber von jedem Konto eine bestimmter Anteil gelöscht. z.B. 1%. Dadurch muss die Wirtschaft nicht mehr laufend weiterwachsen sondern es kann sich ein Gleichgewicht einstellen.

Darstellung wie die Geldmenge auf dem Konte jeder Privatperson durch die 1000 €/Monat wächst und oberhalb des Gleichgewichts-Sättigungswertes (rote Linie) wieder schrumpft, da der zu löschende Prozentsatz größer ist als der Schenkungsbetrag.

Weitere Infos zum Gleichgewichtsgeld in einem Artikel von Dag Schulze im Postwachstumsblog  und auf der Homepage http://www.gleichgewichtsgeld.de/

Karte von morgen zu #Geld und ethisches Bankwesen

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Materialien

Quellen und weiterführende Links

  • Vollgeldreform der Monetativen, einem Verein, der in dem Geldsystem wesentliche Hintergründe der sozialen Ungerechtigkeit sieht https://www.monetative.de/

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