215582_4014055041717_2074461647_nIn diesem Workshop dreht es sich um Hunger, industrielle Nahrungsmittelversorgung, sowie die Politik dahinter und die effektive Bekämpfung von Hunger. In diesem Workshop gehen wir auch auf Probleme wie Landgrabbing und umweltschädliche Agrarindustiren durch intensieven Kunstdünger und Pestizideinsatz ein. Der Baustein könnte sich an Togo und anderen, meist afrikanischen Staaten mit großer Hunger- und Dürreproblematiken orientieren.

Workshopablauf:

Workshopthema:

1957 Gründung von GATTDamit beginnt die Liberalisierung der Weltmärkte. Damit wird es möglich, dass Nahrung nicht mehr dort zur Verfügung steht, wo viel Land ist, sondern bei den Menschen, die viel Geld haben. Die Liberalisierung ist jedoch keinesfalls vollständig. Durch die Macht der reichen Länder haben sie Handelsvorraussetzung geschaffen, da es ihnen weiterhin erlaubt, ihre Lebensmittel zu subventionieren, wodurch Bauern andernorts arbeitslos werden, da die Märkte von subventionierten Produkten überschwemmt wird und ihr Land an reiche verkauft wird.

1994 Gründung der WTO (Ablösung der GATT, Liberalisierung ist weitgehen erreicht) Schiedsgericht in Streitfällen zwischen Ländern bei Zoll, Verletzungen auf Basis des  lieberalen Markt Rechtskatalogs.

Grundlage für diese Lieberalisierungen waren natürlich in erster Linie die Leitgedanken durch den Kapitalismus aber insbesondere die Freiheitstheorie von David Ricardo, welche kurz umrissen folgende Grundlinien verfolgt: Markt vereinfachen, Barrieren abschaffen = Wohlstand für alle.

Dadurch sind Menschenrechte in Gefahr: Es gibt ein Menschenrecht auf Nahrung, keines auf Export in ein anderes Land. (Es bräuchte Quoten und Zölle zum Schutz von Menschenrechten)

Like-Produktregel:

Gleiche Aussehende Produkte müssen bei Zoll und Steuern auch gleich behandelt werden. (Gentechnik und Bio sieht gleich aus und muss daher gleich behandelt werden. Ein importverbot von Gentechnischen Produkten ist ohne Wissenschaftlichen Beweis der Schädlichkeit nicht möglich.

In Folge dieser Liberalisierungen wurd es immer wichtiger, billig zu produzieren und die eigene Landwirtschaft zu subventionieren. Unwichtiger wurde hingegen, die Umwelt zu schützten, denn die Kunden sehen nicht mehr, wie angebaut wird. Den Konsumenten in wohlhabenden Staaten ist es egal, oder sie können nicht überprüfen, welche gravierenden Folgen Nahrungsmittel in anderen Ländern hinterlassen.

Vor den Folgen stehen wir jetzt: viele Menschen hungern, Umwelt wird zerstört und so langsam merken wir, dass es niemandem genutzt hat.

Je billiger die Lebensmittel werden, desto weniger Bewusstsein stecken die Menschen hinein und ernähren sich nicht nur ungesund sondern auch verschwenderisch. Viele leiden unter Übergewicht und es wird in Europa doppelt so viel produziert als verbraucht. Der rest wird weggeschmissen oder verbrannt.

Welche Chance ergeben sich für uns?

Für uns kommt es darauf an, die Menschen weitgehend unabhängig von großen Konzernen zu machen. Ein möglichkeit besonders für die städtische Bevälkerung ist Urban Gardening, auf Balkonen und in kleinen Gärten nachhaltig Lebensmittel anzubauen. Permaculture

In Großstädten und in weiten Teilen der Bevölkerung werden biologische und nachhaltige Produkte zum Standard, weshalb sie immer günstiger werden und fast überall zu kaufen sind.

Passende Methoden und Aktionsideen:

  • Ensiga-Footprint: Wie viele Menschen kann die Erde ernähren? und wie viele, wenn wir nachhaltig wirtschaften?
  • Wenn das Land knapp wird (10 min) Sensibilisierung zum Thema Landgrabbing und Neugierde wecken.

  • Global Dinner:Gemeinsam essen, so fair wie die Welt verteilt ist
  • Klimafrühstück: Analsyser die Ökologische Verträglichkeit und saisonale Versorgung anhand deines Frühstück. Ein Bildungskoffer von KATE der an Referenten verliehen wird: http://www.kate-berlin.de/klimafruehstueck-de.html . Wir Bildungsagenten könne ihn ausleihen.
  • Selber aktiv werden: Permaculture, mit der Erde nachhaltig leben.
  • Containern ist eine moderne und immer beliebtere Möglichkeit, der Verschwendung von Lebensmitteln entgegen zu wirken.
  • Transport per Segelschiff:

Segel setzen! Weg vom schmutzigen Gewerbe

 

Ein weiterer ähnlicher Workshop haben wir zum Thema Fleisch erstellt, wo noch detailierter die Möglichkeiten durch die Reduzierung des Fleischkonsums dargestellt werden.

Materialien:

 

Karte von morgen der Ernährungsräte

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Quellen und weiterführende Links:

Biosiegel:

Hier ein paar gute Seiten, die Lebensmittelsiegel vergleichen:

  • http://www.reformhaus.de/lebensmittel/bio-siegel-in-europa.html
  • http://www.gruene-portal.de/bio/bio-siegel-vergleich-und-bedeutung/
  • http://biodukte.de/biosiegel
  • http://www.biosiegelvergleich.de/
  • Übersicht der Verbraucherzentrale: http://label-online.de

Informationen

Krieg um den Reis:

  • Hunger, der Film der Welthungerhilfe: http://www.welthungerhilfe.de/index.php?id=3654&art=312
  • Interaktive Karte der Welthungerhilfe: http://www.welthungerhilfe.de/whi2011-interaktive-karte.html

Jean Zieglers nicht-gehaltene Festspielrede 2011:

Die Welt des Hungers von Worldmapper.org: (Territory size shows the proportion of all undernourished people worldwide, that live there)

Unterernährung 2000
Unterernährung 1990

[vimeo http://vimeo.com/53618201]

Rainwaterharvesting „A Quiet Revolution“ from SGI

Anmerkungen / Optionen / Rückmeldungen:

Dieser neue Modulbaustein wird ausgearbeitet von Pia und Julia. Sie freuen sich sicherlich über gute Ideen: Helmut@bildungsagenten.com