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Wie werden unsere Jeans produziert? Wo und von wem? Unter welche Bedingungen arbeiten Menschen und wie können wir verhindern, dass Natur zerstört wird? Wir deutschen gehören zu den Weltmeistern im Kleiderkaufen. Leider geht das oft zu Lasten der Produzenten in anderen Ländern, da führende Klamottenläden nur auf den Preis und ihren eigenen Profit achten.

Ein möglicher Workshopablauf:

Gruppengröße/ Zusammensetzung: Berufsschulklasse ca. 30 Schüler

Interessante Aspekte zum Workshop:

Das Problem entstand schon in der Industrialisierung in Europa. Arbeitsteilung macht es möglich, in großen Mengen zu produzieren und der Einsatz von Maschinen zwang auch die Menschen, im Takt der Maschinen zu arbeiten. Sie waren dadurch gut unter Druck zu setzten. Doch Arbeitnehmerrechte wurden von Arbeitern und Gewerkschaften immer weiter durchgesetzt und so erreichte man in Deutschland den hohen Standard.

Diese machen die Produktion hierzulande allerdings auch teuer. Und obgleich die Märkte geöffnet wurden, blieben die Menschenrechte und Arbeitnehmerrechte in den Ländern der ersten Welt zurück. Durch die Globalisierung stieg zusätzlich die internationale Konkurrenz im Kleidermarkt. Textilien haben den Vorteil, gut verschiffbar zu sein da sie nicht verderben und auch in langsamen, billigen Frachtern noch nach Europa kommen.

Die Konzerne nutzten dabei Faktoren auf zwei Ebenen aus.

  1. Im Ausland:
    • Geringe Bildung der ArbeiterInnen (durch fehlende Schulen und Bildungsinitiativen),
    • geringes Selbstbewusstsein (durch Einschüchterungen und Bevormundungen repressiver Staaten)
    • schlechte Vernetzung in Form von Gewerkschaften und politischen Einflussgrößen (durch eingeschränkte Rechte und unterdrückung)
    • Abhängigmachen der ArbeiterInnen in dem der Lohn nicht ausgezahlt wird, oder in Sachwerten wie Wohnung und Essen gleich einbehalten wird
    • Zu geringe Löhne und Gewalt
  2. Im Globalen Bezug
    • Fehlende Transparenz (aus Deutschland lassen sich Arbeitsbedingungen in anderen Ländern schlecht überprüfen)
    • Freihandelsabkommen und Like-Produkt-Regel (Durch die WTO wird international freier Handel durchgesetzt und, dass ein Produkt, wenn es gleich einem anderen Produkt ist, nicht mit extra Zöllen, Bsp. wegen Umweltverschmutztung, belegt werdne darf)
    • Verführung der Käufer durch Werbung

Seit der Globalisierung sehen wir nicht mehr, wie produziet wird, weshalb Firmen goße Gewinne einstreichen, wenn sie ihre Arbeiter unter Druck setzten. Das ist nicht nur im Ausland problematisch, sondern wir buddeln uns damit unser eigenes Grab. Je mehr wir aus anderen Ländern einkaufen, weil es dort billiger ist, desto wichtiger wurde es hierzulande, dass unsere Unternehmen hier auch ihre Arbeiter unter druck setzen. Konservative Regierungen tolerieren dabei auch Gesetzte die im grenzwertigen Widerspruch zu unserem Grundgesetz stehen, wodurch Unternehmen auch hier mehr und mehr die Mitarbeiter überwachen dürfen.

Die Globalisierungstheorie gängiger Wirtschaftler besagt, dass sich der Wohlstand aller Länder über kurz oder lang angleichen wird. Damit haben sie vermutlich recht, allerdings wird der Wohlstand dann für die meisten Menschen auf einem sehr geringen Niveau sein.

Unwichtiger wurde damit im Laufe der Zeit, Kleidungsstücke selber zu nähen. Auch gab es zum ersten Mal für ein gorßteil der Bevölkerung genügend Anziehsachen, wohingegen vorher Menschen im Winter oft gefrohren hatten, weil Ihnen Schuhe, Jacken etc. fehlten.

Die Folgen dieser Globalen Umstrukturierung sind nicht nur für Menschen, sondern auch für die Umwelt eine große Belastung.

Welche Chance ergeben sich für uns?

Um positiv einzuwirken sollte man versuchen, so wenig wie möglich neue Kleider zu kaufen, denn jedes Kleidungsstück verbraucht ressourcen. Um trotzdem immer mal wieder ein schickes neues Teil zu haben, gibt es die Idee der Kleidertauschparties oder auch in Umsonstläden und regulären Second-Hand-Shops einkaufen zu gehen. Dort kann man auch Dinge die man selber nicht mehr braucht wieder abgeben.

Fair Trade schops gibt es viele, siehe: Weiterführende links.

Arbeitsbedingungen und demokratische Unternehmensführungen

Sweatshop wo Nike-Shuhe hergestellt werden
Sweatshop wo Nike-Shuhe hergestellt werden

In Ländern wo unsere Kleidungsstücke, Elektrogeräte uns sonstige billigen Artikel herkommen wird oft unter menschenunwürdigen Bedingungen in sogenannten Sweatshops gearbeitet. Dort sitzten in einer großen, schlecht belüfteten Halle, hunderte Arbeiter nebeneinandern und machen den ganzen Tag die gleichen Handgriffe. Toiletten, Pausen und Esszeiten sind strikt vorgegeben und Aufsichtsbeamte kontrollieren die Arbeitsgeschwindigkeit der Angestellten. Verstöße können sich die Arbeitenden aufgrund von fehlendem Kündigungsschutz und Mangel an Arbeitsplätzen nicht leisten.

Die ArbeiterInnen (meist weiblich) sind in den Fabriken meist zwischen 14 und 25 Jahr alt. Länger hält diese Arbeit kein Mensch durch. Eltern vom Lande schicken ihre Kinder auch oft in die Stadt um Arbeit zu finden.

Der Film: China Blue stellt dies gut dar:

Karte von morgen für fairen Kleiderhandel

#Fairfashion

#Kleidung

Füge gerne weitere Secondhand Läden hinzu oder orte, wo man faire und ökologische Kleidung kaufen kann. Vergib dabei die Stichworte „Secondhand“ „fairfashion“ und/oder einfach „kleidung“ damit die Einträge hier angezeigt werden.

Methoden und Materialien:

Passende Aktionen:

Ähnliche Bildungskoffer

  • Doch es geht auch anders, siehe das brasilianische Unternehmen Semco
  • Containerschiffe, wie sie mit Klamotten aus Asien kommen, zerstören Klima und die Ökologie der Weltenmeere. Alternativen bieten das Segeln:

Quellen und weiterführende Links:

  • Faire Kleiderhändler: http://www.zuendstoff-clothing.de/
    Faire Kleidermarke: http://www.armedangels.de (Schick aber leider eine Marke und daher immer teurer, Geld fließt viel in Werbung)
  • Übersicht über alle wichtigen Marken Grundstoff: http://www.grundstoff.net/herstellerinfo.php  Dort kann man die Sachen auch gleich bestellen.

Dokumentation über Arbeitsbedingungen

A wage you can live from:

Rückmeldungen und Referenten:

Unsere Bildungsagentinnen für diesen Workshop: Marina und Juscha stellen sie uns gerne eine Workshopanfrage an fairfashion [at] bildungsagenten.org

Hinweis: Die Kommentarfunktion unter dieser Beschreibung soll zur Debatte anregen: Also nutzt sie und erzählt von euren Erfahrungen.