Wenn euch ein kulturelles Thema, ein globales Problem oder eine Idee während des Freiwilligendienstes besonders bewegt hat, könnt ihr in einem Workshop (WS) mit euren Teilnehmenden (TN) speziell darauf eingehen und so durch persönliche Erlebnisse Schüler*innen auf tieferen Ebenen erreichen.

Aber egal wie spannend ein Thema ist, die Art wie es vermittelt wird, entscheidet oft darüber, wie motiviert die TN mitmachen und was auch Tage danach im Kopf bleibt. Unser 5-Stern der Workshopgestaltung, steht dir klar und einfach bei der Vorbereitung und Durchführung deiner Workshops zu Entwicklungspoitik, Nachhaltigkeit und Transformation zur Seite.

Worum gehts?

In dieser Beschreibung geht es darum, wie ein erfolgreicher Workshop generell aufgebaut sein könnte, ganz gleich zu welchem Thema und wie ihr eure persönlichen Erlebnisse geschickt präsentiert. Ihr habt ja bereits im Rahmen von weltwärts oder ähnlichen Programmen einige Seminare gehabt, woher ihr die ein oder andere Methode schon kennt und auch sensibel gegenüber der Darstellung anderer Kulturen seid.

Nehmen wir also an, ihr habt 4 Stunden mit einer Schulklasse. Dann empfehlen wir, zunächst 3 Std. einen Themen-Workshop, beispielsweise zu „Welthandel und Fair Trade“, zu gestalten und im Anschluss für 30 Min. von euren interkulturellen Erfahrungen zu erzählen und auf Fragen einzugehen.

Intension: Wie finde ich mein Thema?

Auslöser eines Workshops kann ein Erlebnis während eures Freiwilligen Jahres sein, ein Gespräch oder, noch besser, ein Zeitungsartikel oder eine Dokumentation (Bsp. Reportage oder „Die Anstalt“ im ZDF) Bei letzterem habt ihr bereits konkrete Fakten und Quellen, die ihr im Workshop nutzen könnt. Diese zentrale Idee oder Gedanke ist der Kern, um den sich alle folgenden Methoden ranken werden.

Wir empfehlen euch, Workshops nur zu solchen Themen durchzuführen, die euch wirklich interessieren und zu denen ihr persönliche Fragen habt. Der Sinn und eure Intension für den Workshop alleine ist entscheidend. Mit etwas, was euch zu langweilig ist, und scheint es noch so wichtig, könnt ihr keine Mitmenschen begeistern. Was ihr aber nicht braucht, ist Fachwissen. Ihr müsst keine Profis sein! Wenn ihr euch einfach mit einem interessanten Thema beschäftigt, lernt ihr genug dazu kennen. Um euch die Recherche zu erleichtern, findet ihr hier eine große Sammlung an Workshopthemen.

Wichtig ist einfach, dass ihr schon bei der Vorbereitung allen euren Fragen nachgeht und besonders dokumentiert, warum euch etwas interessiert. Diese Selbstreflexion hilft euch später, die TN zu begeistern. Versucht nicht, den ganzen Ablauf vorzuplanen, sondern eben genau die Aspekte, die euch wichtig sind. Beschäftigt euch kurz mit dem generellen Hintergrund des Themas, der sich am besten über Fachbegriffe begreifen lässt (die man bei Wikipedia nachschlagen kann.)

Instrumente: Die Kunst der Workshopgestaltung:

Die Art der Vermittlung von Inhalten ist entscheidender als der Inhalt selbst, könnte man sagen. Daher haben wir zu jedem Workshopkonzept mögliche Methoden zur Vermittlung beigefügt und für generell hilfreiche Methoden ein Wiki eingerichtet.

Am Ende jedes Workshops steht oft die Frage, „was nun?“ und wie können wir etwas ändern? Das ist die spannendste Frage, bei der du mit den TN kreativ werden kann aber auch bereits bestehende Initiativen vorstellen kann. Oft werden schon im Workshopkonzept Aktionsideen vorgestellt, beispielsweise die „Transition Town Initiativen“. Darüber hinaus haben wir im Aktionswiki visionäre Initiativen und coole Aktionsideen gesammelt und stellen sie dort vor.

Die fünf Schritte für eine lebendige Workshopgestaltung von Helmut Wolman
Die fünf Schritte für eine lebendige Workshopgestaltung

1.) Raumeröffnung: Einstieg und Orientierung

– Durchatmen, wohlfühlen und Feiern welche einzigartigen Menschen da sind

Das Ziel der ersten Phase eines Workshops, der Orientierung, ist es, die TN und deren Situation kennen zu lernen, die Erwartungen der TN abzuklären und sein eigenes Ziel mit dem Workshop abzustecken. Dabei geht es nicht um den Inhalt, sondern um die Persönlichkeit. In dieser Phase fühlen sich alle TN willkommen, ganz gleich wie viel sie bereits wissen und ob sie sich für das Thema interessieren.

Die Orientierung darf gerne mindestens 10 Minuten dauern, da in dieser Zeit vermittelte Inhalte ohnehin nicht hängen bleiben, da das Interesse der ZuhörerInnen auf dem Charakter der Referenten ruhen.

Der Einstieg in eine produktive Athmosphäre, die für jeden Teilenehmenden erfüllend ist, ist entscheidend aber selbst für Erfahrene Moderatoren immer wieder eine Herausforderung. Wenn bestimmte Themen bereits früh feststehen, wenn es wirtschaftlichen Druck oder starke Hierarchien gibt, wenn einzelen Teilnehmenden sich zu dominant oder zu desinteressiert Einbringen ist es immer eine Herausforderung. Hier ein paar Tipps:

Methoden:

2.) Erfahrung, Themen und Ideen sammeln

– Warum bist du dabei? Was sind deine Träume? Erwärmen für das gemeinsame Thema

Die zweite Phase ist der Einstieg ins Thema und in den Lern- und Erkenntnisprozess. Im Grunde geht es darum, zu erfahren, wie weit der Wissensstand in der Gruppe bereits ist, doch gleichzeitig lernen hierbei die einen TN von den Erfahrungen der Anderen. Voneinander lernen ist sehr erfolgreich. So lernen Schüler im Laufe ihrer Schulzeit mehr von ihren Mitschülern als vom Lehrer und gerade deswegen verfolgen wir durch euch als junge Referenten einen Peer-to-Peer-Ansatz.

Ihr solltet den bereits vorhandenen Erfahrungen genug Zeit einräumen und Raum zur Diskussion und Ergänzung geben, besonders wenn die Gruppe sehr divers ist (ca. 45 min). Ziel dieser Phase ist es, alle TN auf ein ähnlich hohes Einstiegsniveau zu bringen und gleichzeitig Begeisterung für das Thema zu wecken.

In dieser Phase merkt ihr, was die TN wirklich interessiert. Ihr könnt Themen und Fragen an einer Pinnwand sammeln und nach Möglichkeit solche bereits thematisch gruppieren, mit denen sich die TN länger beschäftigen wollen. Die Gruppierung der Themen ist bereits der erste Lernprozess. Zum Abschluss wählt ihr mit der Gruppe die Themen aus, mit denen ihr euch für den Rest der Zeit beschäftigen wollt. (alle würden vermutlich den Zeitrahmen sprengen)

Methoden:

– Pause –

Nach dem Festlegen der Themen ist eigentlich der Moment, wo alle loslegen wollen und das geht am besten in einer Pause. “Nichts bringt uns auf dem Weg besser voran, als eine Pause” sagt ein Weises Sprichwort und tatsächlich sind Pausen das A und O beim Lernen. Dabei beginnen die TN automatisch zu reflektieren, Fragen zu entwickeln und beschäftigen sich Gedanklich oder in Gesprächen mit den Inhalten.

Nachdenken und Überlegen sind im Globalen Lernen sehr wichtig! Anders als in der Schule, wo die Schüler feste Inhalte wissen sollen, möchten wir ein Verständnis von Zusammenhänge fördern, wo die exakte Reproduktion unwichtig ist und es selten konkrete Anwendungsfelder gibt. Vielmehr sollen unsere Inhalte bei Zukünftigen Entscheidungen mit eine Rolle spielen. Die TN sollen die Dimension ihres Lebens und Handelns erkennen im Positiven wie im Negativen.

In der Pause (von ca. 20 min) könnt ihr euch auch nochmal vorbereiten, schonmal Fotos und Datein öffnen, Tafelbilder zeichnen, die Powerpoint etwas umstellen oder eine Gruppenaufgabe vorbereiten. Selbstverständlich sollte das hier nicht die einzige Pause sein. Es macht sinn mind. alle 20 min. das Thema, die Konstellation oder die Methode zu ändern oder eine Pause zu machen.

Nach einer Pause müsst ihr nicht sofort loslegen, sondern könnt zunächst den Raum für Fragen öffnen.

3.) Analyse

– Die Erfahrungen mit neuen Fakten füttern und großem Wissen ernähren

Spätestens hier haben auch die TN bewusst das Gefühl, etwas Neues zu lernen. Ab hier könnt ihr als Referenten neue Inhalte einbringen, gerne auch als einfachen Inputvortrag, wo ihr durch Augenkontakt und (rhetorische) Fragen und Pausen die TN mitdenken lasst und eventuell so etwas wie ein Quiz entstehen kann. Raten macht immer Spaß. Input maximal 20 min. danach wieder 10 min. Aktivität der TN.

Grafiken und Bilder helfen auch, besonders dann, wenn es euch gelingt für jeden wesentlichen Aspekt ein Bild zu finden, sodass die TN nach dem Vortrag anhand von fünf lustigen Bilder jeder Zeit noch wissen, worum es ging. Versucht auch besonders Flipcharts und Tafeln zu nutzen, denn wenn ihr selber malt, Moderationskarten anklebt und frei gestaltet, werden beide Gehirnhälften und die Gefühle der TN beansprucht (was sonst meist nur bei Frauen so wäre). Erzählt maximal 20 min am Stück, denn länger reicht die Konzentration nicht. Unterbrecht eure Ausführungen eher durch Textarbeit, Spaziergänge und ähnliche Methoden. In dem ihr eure Ausführungen gut visualisiert, ist der Wiedereinstieg auch gut möglich.

Unser Ziel in den Workshops ist es nicht die TN für etwas anzuklagen, beispielsweise, dass sie Handys benutzen und Auto fahren. Unserer Philosophie nach sollen sie sich nicht schuldig fühlen, sondern wir möchten sie motivieren ihre Gesellschaft mitzugestalten. Frust entsteht meist durch Unverständnis, vielleicht weil wir auf bestimmte Fragen nicht eingegangen sind, oft aber auch, weil der TN die Fragen nicht stellen konnte.

Daher sollten besonders Planspiele aber auch Diskussionen gut mit folgenden vier Fragen in der Gruppe reflektiert werden. Denn besonders wenn die erste Frage vergessen und die Zweite von der dritten Frage nicht getrennt wird, entstehen Verwirrungen:

  1. Wie hast DU dich bei der Methode gefühlt?
  2. Was hast du beim Spiel beobachtet?
  3. Folgerung, Interpretation von Verhaltensmuster im Spiel
  4. Bezug des Methodeninhaltes zur Realität

Methoden:

  • Aktiver Input-Vortrag mit Flipchart, Powerpoint oder Prezi
  • Filme
  • Plan- und Rollenspiele (wo TN auch fremde Rollen einnehmen und andere Meinungen präsentierne)
  • Stationsrallay (Texte, Filme, Puzzle, Quiz und Interaktive Websiten stehen an verschiedenen Staionen bereit und die TN gehen herum wie bei einer Rallay)
  • Textarbeit
  • Gruppenarbeit und Gruppenpuzzel
  • Diskussionsrunden oder Fishbowl
  • Alle Methoden zur Faktenanalyse: bildungsagenten.org/category/analyse

4.) Handlung

– Verdauen und reflektieren, wie Systeme, die einmal entstanden sind, gewandelt werden könnten. Selbstwirksamkeit erleben! Aussortieren und fokussieren.

In der vorigen Phase sollte eine Verständnisgrundlage geschaffen worden sein, die es den TN jetzt ermöglicht selber aktiv zu werden. Je nachdem wie Kontrovers und „anklagend“ die Analyse verlief, besteht jetzt auch sehr viel Tatendrang, Wut oder Frust. Ziel dieser Phase ist es nun, Ohnmachtsgefühle und Wut gemeinsam zu überwinden und Tatendrang in sinnvolle Initiativen münden zu lassen. Mit der Ideenwerkstatt Bildungsagenten begleiten wir auch Projektgruppen an Schulen gerne langfristig mit ihren entstandenen Ideen beispielsweise bei der Organisation von Aktionstage oder bei fairen Schülerfirmen.

Auch wenn menschliches Verhalten nicht in mathematischen Formeln gepackt werden kann, so lässt sich doch erkennen, dass Veränderung nur entsteht, wenn Unzufriedenheit, Visionen und ersten konkreten Schritten (Anfänge)zu einer besseren Welt zusammenkommen. Fehlt es an einer Vision, wird man trotz aller Kritik nichts Besseres zustanden bringen und ohne Probleme und Unzufriedenheit scheinen Visionen unnötig. Ist aber beides vorhanden, so kann ermutigt durch erste Schritte in die Richtige Richtung eine Veränderung einsetzen.

Wandel = Unzufriedenheit Visionen Anfänge

Werden im gesamten Workshop alle drei Faktoren für den Wandel angesprochen und klar gefasst, so entsteht bei den TN ein klares Bild, wo sie selbst etwas tun können. Hier geht es nun um die Anfänge, wie die Gesellschaft, die Wirtschaft und wie wir persönlich etwas ändert könnten. Je nach Erfahrung und Kreativität der Gruppe geschieht dies indem die TN eigene Ideen und Projekte entwickel, was am langfristigsten ist oder aber, durch Methoden können bekannte Konzepte wie die Transition, Fairtrade, oder soziale Dreigliederung vorgestellt werden.

Karte von morgen zur Inspiration

Die Karte von morgen zeigt lokal zukunftsfähige Initiativen und Unternehmen. Menschen die einfach angefangen haben. Sie sind oft sehr inspirierend und können einfach mal besucht werden.

Große Karte öffnen

Lösungsansätze und Ideen aus dem globalen Süden vorstellen:

Wir hoffen, dass du bei deinen Workshops mit deinen Schülern neue und schöne Lösungen erarbeitest, denn jedes Problem ist eine Herausforderung und damit eine Chance etwas zu ändern und zu verschönern. Auch wenn ein Problem aussichtslos erscheint, so hat meist irgendwer irgendwo auf der Welt eine tolle Idee gehabt. Und diese wollen wir verbreiten, um den Menschen Mut zu machen und zu zeigen, dass auch arme Menschen intelligent, aktiv und innovativ sind, auch wenn sie Aufgrund von weltwirtschaftlichen Ungerechtigkeiten materiell Arm sind. Wir können unsere Erde verändern ist unsere Botschaft.

Methoden:

5.) Raum schließen: Ausstieg und Evaluation

– Feiern, was entdeckt, gelernt und verändert wurde. Wissen erhalten und dokumentieren.

Ganz zum Schluss ist es schön, wenn alle TN noch einmal sagen können, was ihnen auf dem Herzen liegt. Ob etwas sehr schönes oder etwas kritsiches.

Gut wäre besonders, wenn ihr einen Feedbackbogen rumgeben könntet, wo die TN sagen, was ihnen gefällt oder nicht gfällt. Hier ist der Feedbackbogen.

Aber auch die Erhaltung des Wissens über den Workshop hinaus sollte kann ihr besprochen und Aufschriebe, Links, Protokolle, Mailadressen etc. ausgetauscht werden.

Methoden:

  • Blitzlichtrunde: Es geht einmal im Kreis rum und jeder sagt ein Gefühl oder ein Satz dazu, wie es ihm gerade geht.
    Feedbackrunde: Ihr legt Plakate aus und fordert die TN auf, sich auszulassen
  • Alle Methoden zum gelungenen Abschluss: bildungsagenten.org/category/abschluss

Nach dem Workshop…

Nach dem Workshop geht der Lern- und Wandlungsprozess natürlich weiter. Auch wenn wir es als Workshopleiter*in nicht beeinflussen können, so ist es wichtigen, diesen im Kopf zu haben.

6.) Fähigkeiten ausbauen

– Erfahrungen wachsen lassen

Die TN schließen sich einem Projekt an oder unternehmen selber etwas. Sie probieren sich selber aus und lassen ihre Erfahrungen in dem Thema weiter wachsen.

7.) Bildungsarbeit machen

– Wissen reproduzieren und neues hervorbringen

Aus dem Engagement, vielen Fehlern und aus Gesprächen mit Kritikern und Partnern entsteht eine eigene, weiterentwickelte Sicht. Ein neuer Weg einer neuen „Generation“. In Workshops werden sie das Wissen also nicht nur Reproduzieren sondern wirklich neues hervorbringen.

Zeitmanagement

Die erste Angst kann auf jeden Fall genommen werden: die Zeit ist nie zu lang. Wer Angst hat nicht genug Inhalt für einen Workshop zu haben kann froh sein, denn dass lässt Freiraum um auf die Interessen und Fragen einzugehen und gibt den TN Zeit sich tief mit bestimmten Aspekten zu beschäftigen.

Immer hilfreich ist es, wenn man von vorne herein „Kann-Aspekte“ einbaut, die je nach Zeit gemacht oder weggelassen werden können. Hilfreich ist es auch eine große Uhr mitzubringen, die man auf den Tisch legt und unauffällig drauf schauen kann, denn es lenkt sehr ab, wenn der Referent die Zeit zu sehr im Blick hat. Besser man bittet einen TN, in einer bestimmten Zeit ein kleines Signal zu geben. 15 min. hin oder her sollten niemals ein Problem sein. Grobe Pausen sollten evtl. zur Beruhigung der TN vorher abgeklärt werden, jedoch ist es immer legitim „Gestaltungspausen“ einzulegen.

Um herauszufinden, wie lange eine Methode braucht, kann es hilfreich sein, selber die Aufgabe zu machen und die eigene benötigte Zeit bei Jugendlichen zu verdoppeln und bei Kindern zu verdreifachen.

Haltung und Vorbereitung als Seminarleiter*in

Für einen erfolgreichen und schönen Workshop, Seminar oder Projektarbeitstag gehören die drei „S“, um am Ende mit vollem herzen sagen zu können: „Das war toll!“:

  • Sinn (Inhalte und spannende Fragen, anwendbar und real)
  • Sein (Freundschaften, Entspannung, wohlfühlen, Gemeinschaft)
  • Spiel (Experimente, Lachen, ausprobieren, humor)

Fehlt eines dieser drei „S“, fühlen sich die Teilnehmenden meist unwohl, wenn auch unterbewusst. Es entsteht ein Gefühl wie an der Uni etc. wo der Mensch nicht artgerecht, ganzheitlich, angesprochen wird, sondern eines der drei „S“ überlastet ist (meist der Sinn, auch wenn ihn keiner versteht). Daher brauchst du als Gestaltende*r die drei „I“:

  • Intension  (Was will ich, Klarheit, Präsenz)
  • Instrumente (Stimmiger Umgang mit Methoden)
  • Improvisation (Im Moment sein)

Hinter der Intension verbirgt sich mein Ziel. Die Frage, warum mache ich das eigentlich. Dieses Intension muss mindestens einem selber sehr klar sein und auch den Teilnehmenden wird erst durch eine klare Intension der Sinn deutlich. Dafür muss man natürlich zunächst einmal sein Ziel definieren und sich drüber klar werden, wie man dieses erreichen könnte.

Bei den Instrumenten überlege ich mir, wie ich meine Intension verfolge und mein Ziel erreichen kann. Ich frage nach den verwendeten Methoden, nach der Didaktik und dem Ablauf, welche letztendlich die Stimmung der gesamten Veranstaltung bestimmt. Je nachdem, wie viel Freiraum, Open Space, und Möglichkeiten ich biete, dass sich Teilnehmende einbringen und verwiklichen können, fühlen sie sich nachher wohl oder gestresst. Bei einem guten Seminar geht es darum, dass alle wirklich sein können, wer sie sind.

Für die Durchführung (und für alles was schiefgeht) bedarf es Improvisation, Felxibilität und Kreativität der Seminarleiter*innen um auf das, was die Teilnehmenden mitbringen, individuell einzugehen. Kein Mensch passt in eine Schublade, und damit alle so sein können wie sie sind, lässt sich nicht erwarten, dass sie in einen fertigen Ablaufplan passen. Die Spielregeln liegen zwar im groben schon fest, doch das Spiel beginnt erst, wenn die Teilnehmer loslegen, und keine möchte ein vorgegebenes Spiel naschspielen. Spielen ist frei, Gestalten im Rahmen.

  • Sinn -> Intension        (Ziel, inhalt, Kopf)
  • Sein -> Instrumente (Räume, Athmosphäre, Herz)
  • Spiel -> Improvisation (Aktivität, Gemeinsames entdecken, Gemeinsachft gestalten, Hand)

Hast du Lust bekommen, bei einem Workshop mitzumachen? Melde dich gleich im Netzwerk an:

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Autor und Referent zu diesem Thema Helmut@bildungsagenten.com Erstellt in Zusammenarbeit mit Guido Siegel und GLOBE nach oben

Materialien und Unterlagen

Vorlage mit Struktur für den Workshopablauf

Für dezentrale Team ist oft die Verwendung von Online-Datein einfacher. Daher gibt es diesen Ablauf auch auf Google-drive. goo.gl/9ou2W5. Einfach den Link öffnen und dann unter Datei > Kopie erstellen…  die Vorlage kopieren.

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  • Die Kunst der Seminargestaltung (Geht mehr auf die generelle Haltung eines Seminars ein)

Wesentliche Schritte zu einem wirkungsvollen, lebendigen Lernen.

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  • Die Kunst des Geschichten erzählens anhand der Erlebnisse aus deinem Freiwilligendienst
  • Schule der Zukunft geht auf Ideen und Impulse ein, mit denen unsere Bildungsvielfalt erhöht werden kann, sodass mehr Schüler eine interessante Schulzeit haben können.

Quellen:

Referenten

Dieser Text Entstand aus der Erfahrung vieler Workshops und den Ideen vieler Referenten verschiedener Netzwerke. Verfasst und zusammengestellt von Helmut Wolman. Gerne bieten wir Kurse zur „Kunst der Workshopgestaltung“ auf Ihren Seminaren für Freiwillige (Rückkehrerseminar, Engagementkollegs etc.) oder für sonstige Gruppen an. Sie erreichen uns hierfür unter Helmut@bildungsagenten.com bzw. Tel: 01573-4448245.

Viel Spaß und Erfolg
eure Bildungsagenten