Dragon-Dreaming ist eine Projektentwicklungsmethode von John Croft und entstanden aus systemischen Ansätzen sowie inspiriert durch die australischen Aborígines. Auf Grundlage des Träumens werden dabei Gemeinschaften gebildet und Projekte verwirklicht.

Projektphasen

Bei Dragon Dreaming gibt es einen Kreislauf von vier Projektschritten, wobei immer wenn sich ein Gruppe trifft, mit dem Feiern begonnen wird.

  1. Feiern: was erreicht wurde, das Menschen zusammen gekommen sind
  2. Traumkreis: Teilen der Träume. Mit jedem neuen Gruppenmitglied wird der Traum neu in den Raum gestellt und entwickelt. Dabei darf jedes Projekt sterben und mit jedem neuen Mitglied auch neu geboren werden.
  3. Planen: Aus dem Traum werden Ziele herauskristalisiert und aus den Zielen werden Abenteuer (Handlungsoptionen). Um während des Abenteuers Orientierung zu haben, wird ein Bild des Projektes gemalt.
  4. Handeln: optimale Wachstumsbedingungen für das Projektpflänzchen schaffen. Spannungen und Blockaden ernst nehmen und daraus lernen.
  1. Feiern… siehe oben.

Im Dragon Dreaming spielt auch die Verbindung zur Natur eine große Rolle – es geht um natürliche Zyklen eine Rückverbindung mit der Erde und Bildung von Gemeinschaft.

Ablauf im Detail

1. Feiern

  1. Ankommen
  2. Kennenlernen (Wie bin ich hier – Vorstellen anhand von Postkarten z.B. von LernKulturZeit)
  3. Erwartungen Sammeln „Wie muss dieses Wochenende sein, damit ich am Ende sagen kann << Ich hätte meine Zeit nicht besser verbringen können, als mit euch auf diesem Workshop>>“
  4. Kleine Einführung in Dragon Dreaming: Phasen und Haltung:
    • Sei offen und neugierig
    • Spreche und höre mit Herz und Verstand
    • Verwende Ich-Aussagen
    • Geh aus deiner Comfort-Zone
  5. Heldengeschichten: Erzählen von vergangenen Abenteuern (Wer war ich vorher, wer waren die anderen, die Herausforderung, Lernerfahrungen bzw. gemeisterte Herausforderung, wer bin ich jetzt, Ende)
  6. Der Zuhörer wird derweiler zum Weisheitenfänger und achtet auf folgende Feinheiten:
    • neue Fähigkeiten
    • Durchbrücke & Wendepunkte
    • magische Momente
    • Was für Fragen löst die Geschichte in mir aus, die ich in mir tragen kann
    • Prozess: Interventionen, Methoden, Prozesse, Entdeckungen – was ist passiert?
    • Weisheiten, die glücklich machen
  7. Sammeln der Weisheiten im Plenum und Erfahrungen im Plenum.
  8. Verbesserungen: „Was würden wir anders machen, wenn wir das Projekt noch einmal machen würden?“
  9. Sammeln der wichtigsten Schätze.

2. Träumen

  1. Traumkreis: Der Redestein kreist so lange, bis alle ihre Träume geäußert haben.
    • Generative Frage
    • Redegegenstand
    • Eine Person spricht ein Element
    • Wesentliches Mitschreiben
    • Stift und Blatt weitergeben
  2. Traum erzählen einer fasst den gesamten, entstanden Traum, so unrealistisch er auch ist, einmal zusammen. Erzählt den Traum so, als sei er bereits geschehen. So als sei der Traum bereits realität.

3. Planen

  1. Erste Schritte Jeder bekommt etwa 3 Post-its und schreibt darauf die für ihn drei wichtigsten Schritte, aus denen der gesamte Traum erwachsen kann
  2. Clustern in Spalten alle Postits thematisch untereinander Gruppieren in maximal 6 Spalten
  3. Zu zweit eine Spalte auswählen, Schlüsselwörter unterstreichen und daraus ein SMARTES/attraktives Ziel definieren.
  4. Ranking der Ziele: Jeder TN bekommt drei Klebepunkte und wertet, welche Ziele er am wichtigsten findet.
  5. Abenteuer Zeichnen Zu jedem beliebigen Ziel zeichnet man nun „Abenteuer“ die einem dazu einfallen. Abenteuer sind entweder Meilensteine, die erreicht wurden aber im wesentlich Aufgaben, dei getan werden müssen.
  6. Karabirt gestalten

4. Handeln

  1. Loslegen, ausprobieren, sich trauen
  2. Spannungen ansprechen, Ideen einbringen, Konflikte positiv nutzen
  3. Das schwierigste ist meist, trotz des Alltags am Traum dran zu bleiben. Dazu helfen folgende Interventionsfragen (im Vollbild öffnen)

5. Feiern

  1. Aha Moment sammeln
  2. Erfahrungen austauschen
  3. Rückblick, Fotos, Ergebnisse sehen und sich freuen dürfen

Die Gruppe als Impuls

Es ist eine Methode, die sich ganz auf die Gruppe verlässt. Vorher festgelegte Ziele oder Inhalte, die der Gruppe auferlegt werden, zerstören den Prozess. Wichtig ist es, Zeit zu lassen für das, was aus der Gruppe entstehen will.

Umso wichtiger ist es jedoch, vorher bewusst die richtigen Menschen zu dem Prozess und der Gruppe ein zu laden.

Anleitung

Weitere Materialien

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Quellen und weiterführende Links

Rückmeldungen und Workshopanfragen

Carina Schilling  ist ehemalige Freiwillige und ausgebildete Facilitatorin für Dragon Dreaming. Sie begleitet Gruppen durch ein Wochenende und vermittelt dabei auch die Methode so, dass Sie diese in Ihrer Arbeit anwenden können. schilling.carina@gmx.de